Abwärmebewertung gemäß EnEfG §§ 12–17

Abwärmebewertung

Jährlicher Bewertungsbericht für Muster Rechenzentrum Frankfurt

Betreiber: Muster Rechenzentrum GmbH
Standort: Gutleutstraße 120, 60327 Frankfurt am Main
Berichtszeitraum: Kalenderjahr 2025
Berichtsdatum: 17. April 2026
Bericht-ID: ARD-2026-FRA-00001

1. Zusammenfassung

Der vorliegende Bericht dokumentiert die Abwärmebewertung des Rechenzentrums Muster Rechenzentrum Frankfurt gemäß den Anforderungen des Energieeffizienzgesetzes (EnEfG). Die Bewertung umfasst die Berechnung der jährlichen Abwärmemenge, eine Analyse der Temperaturprofile sowie eine Nahwärmeanalyse mit Machbarkeitsbewertung potenzieller Abnehmer.

43.800
Abwärmemenge (MWh/Jahr)
30–40°C
Temperaturbereich
≈ 2.190
Haushalte (Äquivalent)

Ergebnis: Im Umkreis von 5 km wurden drei potenzielle Wärmeabnehmer identifiziert. Die Einspeisung in das Fernwärmenetz der Stadtwerke Frankfurt (Entfernung: 1,8 km) wird als MACHBAR bewertet. Eine detaillierte Machbarkeitsstudie wird empfohlen.

2. Anlagenbeschreibung

BetreiberMuster Rechenzentrum GmbH
AnlagennameMuster Rechenzentrum Frankfurt
AdresseGutleutstraße 120, 60327 Frankfurt am Main
Baujahr / letzter Umbau2015 / 2022 (Kühlanlagenmodernisierung)
IT-Nennleistung5.000 kW (5,0 MW)
Nennanschlussleistung (nicht-redundant)7.000 kW (7,0 MW)
KühlungstypLuftkühlung (Kaltwasserkreislauf, Rückkühler)
PUE (gemessen, 2025)1,45
EnergiemanagementsystemISO 50001:2018 (zertifiziert seit 2023)
Gesamtfläche3.200 m²
Anzahl Racks480

3. Abwärmemengenberechnung

Berechnungsmethodik

Die Berechnung folgt dem Ardor Heat Output Calculation Model v1.0, basierend auf dem Prinzip, dass nahezu die gesamte elektrische Energie eines Rechenzentrums in Wärme umgewandelt wird.

Abwärme (MWh/a) = IT-Last (MW) × PUE × 8.760 h × ηcapture

Eingabewerte

ParameterWertQuelle
IT-Last5,0 MWBetreiberangabe
PUE1,45Betreiberangabe (gemessen, Jahresmittel 2025)
Betriebsstunden8.760 h/aAnnahme: Dauerbetrieb
Rückgewinnungseffizienz (ηcapture)50%Basierend auf Kühlungstyp (Luftkühlung)

Berechnung

Gesamter Energieverbrauch = 5,0 MW × 1,45 = 7,25 MW
Jährlicher Energieverbrauch = 7,25 MW × 8.760 h = 63.510 MWh/a
Rückgewinnbare Abwärme = 63.510 MWh × 0,50 = 31.755 MWh/a

Gesamte Abwärme (vor Rückgewinnung) = 63.510 MWh/a
Technisch rückgewinnbar = 31.755 MWh/a
31.755
Technisch rückgewinnbare Abwärme (MWh/Jahr)
≈ 1.588
Haushalte (bei 20 MWh/a pro Haushalt)
Hinweis zur Unsicherheit
Die tatsächliche Rückgewinnungseffizienz kann je nach Anlage und Betriebszustand zwischen 40% und 60% variieren. Die verwendeten 50% entsprechen dem konservativen Mittelwert für luftgekühlte Bestandsanlagen gemäß AGFW-Richtlinien.

4. Temperaturprofil und Verfügbarkeit

Abwärmetemperatur30–40°C
BasisLuftkühlung: Rückluft aus Serverräumen
Wärmepumpe erforderlich?Ja, für Fernwärmeeinspeisung (Vorlauf ≥55°C). Geschätzter COP: 3,5
Jährliche Verfügbarkeit~8.500 h/a (97% Uptime)
Saisonale SchwankungGering. Rechenzentrumslast ist nahezu konstant, unabhängig von Außentemperatur
Maximale thermische Leistung3.625 kW

Monatliches Lastprofil (geschätzt)

MonatAbwärme (MWh)Verfügbarkeit (h)Ø Leistung (kW)
Januar2.6467443.556
Februar2.3906723.556
März2.6467443.556
April2.5617203.556
Mai2.6467443.556
Juni2.5617203.556
Juli2.6467443.556
August2.6467443.556
September2.5617203.556
Oktober2.6467443.556
November2.5617203.556
Dezember2.6467443.556
Gesamt31.7558.7603.625
Hinweis zum Lastprofil
Rechenzentren erzeugen Abwärme nahezu konstant über das gesamte Jahr. Dies ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber anderen Wärmequellen (z.B. Solarthermie), da die Versorgungssicherheit hoch ist und keine saisonale Speicherung erforderlich ist.

5. Regulatorischer Status

Anwendbares GesetzEnEfG (Energieeffizienzgesetz), in Kraft seit 18.11.2023
AnlagenklassifikationRechenzentrum ≥ 300 kW (§ 11 EnEfG)
AbwärmenutzungsquoteBestandsanlage: keine Pflichtquote, aber Bewertungspflicht
PUE-Zielwert≤ 1,5 bis 2027 (Zwischenziel) · ≤ 1,3 bis 2030 (Endziel)
Aktueller PUE1,45 — konform (Zwischenziel)
PUE-Prognose 2030Maßnahmen erforderlich zur Erreichung von ≤ 1,3
EnergiemanagementsystemISO 50001:2018 — konform
Meldepflicht Rechenzentren-Register§ 13 EnEfG — Jährlich bis 31.03.
Meldepflicht Abwärmeplattform§ 17 EnEfG — Jährlich bis 31.03.
Nächster Meldetermin31. März 2027

Branchenvergleich — PUE

Ihre Anlage
1,45
Branchenschnitt (DE)
1,50
EnEfG-Ziel (2027)
1,50
EnEfG-Ziel (2030)
1,30

Branchenschnitt basierend auf Bitkom / Uptime Institute (2025). Niedrigere Werte = höhere Effizienz.

6. Nahwärmeanalyse

[Statischer Kartenausschnitt — wird durch Google Maps Static API / Mapbox ersetzt]
Standort: 50.1038°N, 8.6558°E · Suchradius: 5 km

Identifizierte potenzielle Abnehmer

#NameTypEntfernungGeschätzter BedarfTemp.Bewertung
1 Stadtwerke Frankfurt — Fernwärmenetz West Fernwärme 1,8 km >50.000 MWh/a 70–90°C Machbar
2 Industriepark Griesheim Industriezone 3,4 km ~15.000 MWh/a 60–80°C Grenzwertig
3 Universitätsklinikum Frankfurt Krankenhaus 4,7 km ~25.000 MWh/a 60–70°C Nicht machbar

Datenquellen: AGFW Fernwärmekarte, OpenStreetMap, Stadtwerke Frankfurt Netzplan (öffentlich)

7. Machbarkeitsbewertung

Abnehmer 1: Stadtwerke Frankfurt — Fernwärmenetz West

Bewertung: MACHBAR

Technische MachbarkeitEntfernung 1,8 km liegt innerhalb der wirtschaftlichen Grenze (<3 km). Fernwärmenetz verfügt über Einspeisemöglichkeit. Wärmepumpe erforderlich (COP ~3,5) zur Temperaturanhebung auf Vorlaufniveau ≥70°C.
Wirtschaftliche MachbarkeitGeschätzte Investition für Anbindungsleitung und Wärmepumpe: €800.000–1.200.000. BAFA-Modul-3-Förderung bis 45% möglich. Wärmepreis-Vergleich: Abwärme €15–25/MWh vs. Gas €35–55/MWh.
Regulatorische MachbarkeitStadtwerke Frankfurt sind prinzipiell aufnahmebereit für Abwärme. Genehmigung für Leitungsbau im öffentlichen Straßenraum erforderlich.

Abnehmer 2: Industriepark Griesheim

Bewertung: GRENZWERTIG

Technische MachbarkeitEntfernung 3,4 km liegt an der Grenze der Wirtschaftlichkeit. Temperaturanforderung (60–80°C) erfordert Wärmepumpe. Industrieller Wärmebedarf ist allerdings variabel und saisonabhängig.
Wirtschaftliche MachbarkeitHöhere Leitungskosten aufgrund der Entfernung. Wirtschaftlichkeit abhängig von der konkreten Abnahmemenge und Preisentwicklung fossiler Energieträger.
Regulatorische MachbarkeitTrassenführung durch Gewerbegebiet, vereinfachte Genehmigung möglich.

Abnehmer 3: Universitätsklinikum Frankfurt

Bewertung: NICHT MACHBAR

BegründungEntfernung 4,7 km überschreitet die wirtschaftliche Grenze deutlich. Anbindungskosten wären unverhältnismäßig hoch. Darüber hinaus verfügt das Klinikum über eine eigene BHKW-Anlage mit langfristiger Versorgungsbindung.

Gesamtbewertung

Abwärmenutzungspotenzial: Die Einspeisung in das Fernwärmenetz der Stadtwerke Frankfurt wird als technisch und wirtschaftlich machbar bewertet. Bei vollständiger Nutzung könnten bis zu 31.755 MWh/a rückgewonnene Abwärme eingespeist werden, was ca. 1.588 Haushalte versorgen könnte.

8. Empfohlene Maßnahmen

#MaßnahmeZeitrahmenGeschätzte Investition
1Kontaktaufnahme mit Stadtwerke Frankfurt, Abteilung Wärmeplanung, zur Prüfung der EinspeisemöglichkeitSofort
2Detaillierte Machbarkeitsstudie für Anbindung an Fernwärmenetz WestQ3 2026€15.000–30.000
3Prüfung BAFA-Modul-3-Förderantrag für Wärmepumpe und AnbindungsleitungQ3 2026
4PUE-Optimierung zur Vorbereitung auf EnEfG-Zielwert 1,3 (2030)2026–2028€200.000–500.000

9. Methodische Hinweise und Quellen

Berechnungsmodell

Ardor Heat Output Calculation Model v1.0. Basierend auf dem thermodynamischen Grundsatz, dass nahezu die gesamte elektrische Energie eines Rechenzentrums in Wärme umgewandelt wird. Die Rückgewinnungseffizienz wird konservativ nach Kühlungstyp klassifiziert.

Datenquellen

StandortdatenData Center Map, OpenStreetMap
FernwärmedatenAGFW Fernwärmekarte, Stadtwerke Frankfurt Netzplan
BranchenvergleichBitkom e.V., AGFW, Uptime Institute (2025)
Regulatorische GrundlageEnEfG, BAFA-Merkblatt Plattform für Abwärme

Annahmen und Einschränkungen

Haftungshinweis
Dieser Bericht wurde mit automatisierten Methoden erstellt. Der Betreiber ist für die Überprüfung und Richtigkeit der Angaben verantwortlich. Ardor übernimmt keine Haftung für die Verwendung dieses Berichts gegenüber Behörden.

10. Betreibererklärung

Der unterzeichnende Betreiber bestätigt hiermit:

  1. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben zur Anlage sind nach bestem Wissen und Gewissen korrekt.
  2. Die Abwärmebewertung wurde gemäß den Anforderungen des EnEfG §§ 12–17 durchgeführt.
  3. Abweichungen von den berechneten Werten zu den tatsächlichen Betriebsdaten sind dem Betreiber bekannt und in den methodischen Hinweisen dokumentiert.
Ort, Datum
Unterschrift des Betreibers
Name: ____________________
Position: ____________________

ardor.institute — Abwärme-Compliance für Rechenzentren
Bericht-ID: ARD-2026-FRA-00001 · Erstellt am 17.04.2026